Es scheint, als hätte es „Moorhuhn“ schon immer gegeben. Lange Zeit wurde das Spiel als Bedrohung für einen Betrieb angesehen, da überdurchschnittlich viele Büroangestellte die Zeit lieber damit verbrachten, Hühner abzuschießen, als die Arbeitszeit tatsächlich für die Arbeit zu nutzen.
„Moorhuhn“ ist nach einer langen Diskussion in den Medien und einem Eintrag in den Duden längst Jedermann ein Begriff. War es zunächst als Werbung für den Whiskyhersteller „Johnnie Walker“ geplant, wurde es zunächst in einigen ausgewählten Bars auf zwei Laptops vorgestellt. Es wurde zum kostenlosen Download angeboten und entwickelte sich zu einem Kult und somit zu einem der werbewirksamsten Computerspiele aller Zeiten.
Für alle gestandenen Southpark-Fans gibt es seit wenigen Jahren einen richtigen Leckerbissen in Form einer Reihe von Flashgames, welche den Spieler in Southpark-ähnlicher Grafik in die Rolle des eiskalten Killers Ray schlüpfen lassen. Storytechnisch weitgehend von der Fernsehserie abgenabelt, kann Ray mit ähnlichem schwarzen Humor aufwarten, wie wir es von Kenny, Kyle, Stan und Cartman gewohnt sind. Allerdings kommen hier weit mehr Leute als nur Kenny unter das Messer…
Eins steht jedenfalls fest: In den drei Ray-Spielen wird vor allem eins gemacht – getötet. Und das teilweise auf übertrieben brutale Weise. Klar, die Zeichentrick-Grafik mildert das Geschehen ein wenig. Für Kinder oder Personen mit schwachen Nerven dennoch nicht unbedingt zu empfehlen. Außedem sollte man auf jeden Fall ein wenig Englisch verstehen.
Sicherlich lässt sich streiten, ob man Ray 1-3 überhaupt als Spiel bezeichnen kann. Tatsächlich erweisen sich die offiziell als Flashgame ausgewiesenen Titel eher als interaktive Filmclips, bei denen der Spieler gelegendlich die Entscheidung zu fällen hat, auf welche Weise er sein Opfer töten möchte. Ab Teil 2 lockern einige integrierte Minigames das Geschehen zusätzlich noch etwas auf, außerdem kann der Spieler nun auf einer Map von Einsatzort zu Einsatzort reisen. Des weiteren ist Teil 3 offiziell noch in der Mache, die bereits veröffentlichte Version ist eher als eine Art Einführung zum Hauptspiel gedacht. Trotz allem sind alle drei Teile auf jeden Fall einen Blick wert – jedermanns Sache sind sie allerdings nicht.
Schon lange sind die Abenteuer des doof-naiven Spongebob Schwammkopfs keine reine Kinderserie mehr, sondern ein Kultklassiker aller Altersgruppen. Sind wir mal ehrlich – Es gibt kaum noch jemanden, der ihn nicht liebt, den putzigen, kleinen Schwammkopf aus Bikini Bottom. Da erstaunt es nicht, dass er auch schon zahlreiche Auftritte in Minispielen verbuchen kann.
Schaut man sich die Spielchen jedoch einmal genauer an, wird man auf ganzer Linie enttäuscht. Die meisten Minigames würden – wenn überhaupt – höchstens noch einem fünfjährigen Spass machen. Klar, Kleinkinder sind offiziell natürlich die Hauptzielgruppe von Spongebob Schwammkopf – zu Gunsten der unzähligen jugendlichen und erwachsenen Fans hätten sich die Entwickler aber ruhig ein wenig mehr Mühe geben gekonnt.
Generell sind die Ideen der einzelnen Minigames garnicht einmal so schlecht, meistens mangelt es jedoch entscheidend an der Umsetzung. Spielchen wie Schneebob oder Geisterschiff mangelt es zudem vor allem an Abwechslung. Schon im zweiten Level merkt man, dass sich kaum etwas ändert und schließt gefrustet das Browserfenster. Reißt man sich zusammen, und hofft, wie ich, anfangs noch auf Besserung, wird man erst recht enttäuscht, da nach wenigen Leveln das komplette Spiel bereits zu Ende ist und der Hinweis erscheint, man solle es mit einem höheren Schwierigkeitsgrad erneut durchspielen. Na prima…
Einige Spongebob-Spiele orientieren sich allerdings auch komplett an Vorbildern aus anderen Themenbereichen und erhoffen sich dadurch größere Spielermassen. Die eine oder andere Runde Spongebomb beispielsweise macht vielleicht noch Spass – der Titel ist an diesem Minigame jedoch das lustigste. Vom aus den TV-Folgen bekannten Humor ist im Spiel kein bisschen übrig geblieben. Ein paar flotte Spongebob-Zitate an passenden Stellen beispielweise hätten das Game schon um eine Note aufgebessert. Hier besteht auf jeden Fall noch Handlungsbedarf, denn im jetzigen Zustand kam bei mir bei keinem der getesteten Spiele wirkliche Spongebob-Atmosphäre auf. Da fragt man sich schnell: Wozu spiele ich dann überhaupt Spongebob-Spiele, wenn ich das gleiche Spiel genauso mit besserer technischen Umsetzung haben kann?
Das Fazit lautet eindeutig: An den aktuell vorhandenen Spongebob-Games werden wohl nur Kleinkinder und hart-gesottene Fans ihre Freude haben – wenn überhaupt. Vielleicht entdeckt ja ein beherzter Entwickler das eindeutig vorhandene Potential und entwickelt ein weitaus unterhaltsameres Spongebob-Spiel. Bis zu diesem Tag kann ich leider nur sagen: Finger weg von Spielchen mit Spongebob im Namen. In der Welt der Onlinegames gibt es bei Leibe hunderte weitaus bessere Kandidaten.