Immer weniger gespielt werden die klassischen Sudokus auf ausgerissenen Zeitungsseiten oder in teuren Sudoku-Büchern. Viel populärer werden die Sudokus im Internet, welche man von jedem Ort der Welt aus mit beinahe jedem Computer mit Internetanschluss kostenlos spielen kann. Keine Frage, da möchte ich euch die interessantesten Exemplare im World Wide Web natürlich nicht vorenthalten.
Zahlen sind langweilig - das dachten sich auch die Entwickler der Online-Sudokus bei ihren Gamedesignentwürfen. Online-Sudokus im klassischen Style bieten zwar schon viele Vorteile, wie beispielsweise beliebig ofte Wiederholbarkeit durch Zufallsgenerierung, aber das ist dem grafikbewussten Internetnutzer noch bei weitem nicht genug. Blinken muss es und bunt sein. Und das alles am besten noch in 3D.
Begonnen wurde bei den neu entwickelten Sudokus zuerst einmal mit einer den meisten Ansprüchen genügenden Grafik. Ein Holzboden anstatt dem faden weiß im Hintergrund war schon einmal ein guter Anfang. Es folgten praktische Koordinationshilfen, die beispielsweise die relevanten Zeilen und Spalten farblich markieren und doppelte Zahlen rot hervorheben. Soweit, so gut, könnte man da meinen. Aber weit gefehlt.
Für noch beliebtere Sudokus mussten neue Ideen her. Also überlegten sich die Entwickler Alternativen zu den klassischen Zahlen. Was eignete sich hierzu besser als knallige Bildchen? Ob es nun verschiedene Sushi-Zutaten oder Grimassen schneidende Mini-Monster ála Pokémon sind - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad ist inzwischen ebenso ein Muss wie verschiedene Spielmodi, die sich zumeist nur durch die Bildchen unterscheiden. Doch der Entwicklungsfortschritt der Onlinegame-Szene ist erst noch in den Startlöchern. Wir können uns also noch auf viele weitere neue Innovationen in der Zukunft freuen. Aber wozu überhaupt all das? Ist das klassische Sudoku nicht immernoch die übersichtlichste und unterhaltsamste Variante im Urwald aus Grafik-Bling-Bling und Sound-Effekten? Ich denke, diese Frage muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber eins steht fest: So lange es noch Nostalgiker gibt, wird es auch das klassische Sudoku geben. In diesem Sinne: Fröhliches spielen! Egal ob farbig oder schwarz-weiß.
Schaut man sich ein gelöstes Sudoku nach längerem Knobeln noch einmal an, erkennt man oft nur noch durchgestrichene, in Ecken gekritzelte Zahlen, verschiedene Notizen und allerlei Schmierereien. Dabei gibt es etliche Taktiken, knifflige Sudokus nach professioneller Art vollkommen ohne übertriebenes Gekritzel zu lösen. Im Folgenden werde ich einige dieser Taktiken etwas näher durchleuchten.
Da wäre zum einen die sogenannte „Uhrzeigerstrichmethode“. Da Sudokus in Zeitschriften oft platzsparend in Kleinformat in eine Ecke gedruckt werden, führt mehrfaches Einsetzen und Wiederherausradieren von Zahlen schnell zu einem heillosen Durcheinander. Und was, wenn man mal keinen Radiergummi zur Hand hat? Abhilfe bietet die erwähnte Taktik: Man stellt sich einfach jedes Kästchen als Uhr ohne Zeiger mit 8 Ziffern vor, wie in der nebenstehen Abbildung zu erkennen. Ausnahme bildet die 5, die ein Punkt in der Mitte symbolisiert. So kann man gleich mehrere Vermutungen notieren und diese bei Erweisung des Gegenteils durchstreichen oder ausradieren.
Eine vergleichbare Taktik ist die sogenannte “Telefontastatur”. Hierbei unterteilt man sich in Gedanken jedes leere Kästchen in 9 Knöpfe und markiert entsprechend seinen Vermutungen seine Favouriten mit einem kleinen Punkt. Vermutet man beispielsweise in einem Feld eine 4, so notiert man in der mittleren Reihe des Feldes am linken Außenrand einen kaum auffallenden Punkt. Diese Methode lässt sich auch umdrehen, indem man alle imaginären Tasten, die man ausschließen kann, mit einem Punkt versieht.
Löst man Sudokus mit Hilfe einer der genannten Taktiken, wird man schon bald deutliche Erfolge ausmachen können, da sich mit der Lesbarkeit auch die Übersichtlichkeit und damit die Lösbarkeit der Rätsel deutlich verbessern wird.
Sudoku, das mathematische Logikrätsel in Kästchenform, erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit, doch die meisten Rätselfreunde wissen gar nicht, wie alles begann und woher Sudoku eigentlich stammt.
Sudoku ist eine japanische Abkürzung, die übersetzt in etwa “Eine Zahl bleibt immer allein” bedeutet.
Die Quadrate, die jeweils in 3×3 Unterquadrate unterteilt sind und die je nach Schwierigkeitsstufe bereits mit mehr oder weniger Zahlen ausgefüllt sind, finden vor allem in Zeitungen und Rätselheften Beachtung - und genau so begann auch alles.
Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurden Sudoku-ähnliche Rätsel in der Schweiz und in Frankreich publiziert, jedoch ohne die Unterteilung in Unterquadrate - und ohne Erfolg. Das Sudoku, wie wir es heute kennen, wurde erstmals 1979 von dem Amerikaner Howard Garns anonym in einem Rätselheft veröffentlicht. Garns starb 1989 und erlebte den Boom seiner Innovation nicht mehr mit.
Im Laufe der 80iger Jahre wurde Sudoku in Japan populär und schwappte nach der Erfindung einer Software, die per Knopfdruck neue Sudokus generieren kann, nach England. Die “Times” druckte die Rätsel regelmäßig ab und die Faszination drang schnell auch zu dem Rest Europas vor.
In Deutschland werden Sudokus ungefähr seit 2005 regelmäßig in Magazinen und Tageszeitungen abgedruckt - mit andauerndem Erfolg, zu dem auch das nichtvorhandene Urheberrecht beitragen dürfte. Sudokus dürfen demnach frei erstellt und vermarktet werden, ohne dass dafür Lizenzgebühren fällig werden.
Mittlerweile ist auch kein Ende des Sudoku-Booms in Sicht, was aufgrund der Förderung des logischen Denkens nicht sonderlich schlimm scheint.