Mal Hand auf’s Herz: Welches Online-Flashgame bietet uns zum aktuellen Zeitpunkt schon richtig gute Echtzeitstrategie à la C&C? Keins? Verständlich. Immerhin ist im Browser so manches leider immer noch reine Zukunftsmusik. Das EA-Urgestein Sean Cooper wagte sich 2008 dennoch an eines der ersten RTS-Spiele der Flashgameszene - mit Erfolg. Ein kurzer Review.
…auch heute noch kann man in einem kostenlosen Flashgame von armorgames.com den Ersten Weltkrieg wahlweise auf Seiten der Engländer oder der Deutschen interaktiv miterleben. In Form von voneinander weitgehend unabhängigen Scharmützeln muss man in Warfare 1917 die gegnerischen Truppen quer durch Europas Schützengräben jagen, immer mit dem einen Ziel im Auge, das eigene Terrotorium zu erweitern. Das ist zwar eine relativ blutige Angelegenheit, macht allerdings aus strategischer Perpektive auch einen Höllenspaß.
Heute möchte ich euch einen weiteren Strategie-Knüller vorstellen, der mir bereits unzählige langweilige Stunden versüßte. Die Rede ist von Feudalism, einem namentlich im Zeitalter des Feudalismus angesiedeltem Taktik-RPG. Kämpfen, Reisen und Erobern macht hier gleichermaßen Spass. Doch kann das Spiel auch auf längere Spieldauer überzeugen?
Das PC-Spiel Worms erfreut sich mit seinen unzähligen Varianten bereits seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Zugegeben, es macht schon einen riesen Spass, mit Bazooka und Handgranate im Rucksack durch die Spielwelt zu hüpfen und dabei den gegnerischen Kämpfern die Rübe vom Hals zu pusten. Doch der Kauf des PC-Spiels ist schon lange nicht mehr notwendig: Im Internet gibt es viele Imitate, die immer dichter an die Qualität des Originals heranreichen. Völlig ohne Download oder Gang zum Laden kann man sich hier einen schönen Abend machen und sich nostalgisch in alten Spieleepochen wiegen - welche übrigens ihren Spielspass in keinster Weise eingebüßt haben.
Unter anderem aus markenschutzrechtlichen Gründen steuert man bei den meisten Onlinevarianten nicht etwa Würmer, sondern die verschiedensten Wesen angefangen von Pinguinen über Hamster bis hin zu Strichmännchen. Das Spielprinzip ist immer weitgehend gleich: Rundenbasiert darf sich jede Figur der beiden gegenüberstehenden Mannschaften eine gewisse Zeit/Strecke fortbewegen und bei Bedarf von ihren zahlreichen Waffen Gebrauch machen. Bedarf besteht oft: Es gilt, die gesamte gegnerische Mannschaft auszulöschen, erst dann ist die Partie gewonnen.
Einer meiner anfänglich noch persönlichen Favouriten, welcher sogar mit einem Kampagnenmodus aufwarten kann, ist der sogenannte Territory War. Er hat allerdings einen entscheidenden Schwachpunkt: Die außerordentlich dumme KI. Ein Beispiel: Eine meiner Figuren steht schutzlos vor einer Reihe von Gegnern. Was machen nun die in der Reihe weiter hinten stehenden Gegner? Sie schießen in meine Richtung und geben dabei ihrem Vordermann einen Headshot. Das geht so lange, bis keiner mehr steht - außer mir natürlich. Auch von strategischer Kriegsführung verstehen die Gegner nicht viel. Mit dieser Schwachstelle haben allerdings auch viele der Mitbewerber zu kämpfen, dennoch lohnt sich unter anderem ein Blick auf Conquer Antartica oder Turf War. Letzten Endes wird hier jeder seinen persönlichen Favouriten finden.
Richtig interessant werden die Worms-Imitate jedoch erst im Mehrspielermodus. Laden Sie sich ruhig einmal einen Freund ein und zocken Sie gemeinsam eine Runde - denn dann macht es richtig Spaß. Es gibt wirklich wenig Flashgames, die gemeinsam an einem PC so viel Spass machen wie Worms bzw seine Online-Imitate.
Das unüberschaubare Terrain lässt dein Blut spürbar schneller fließen, vor deinen Augen nur den Schaft deiner Waffe und die umherhuschenden Schatten der Terroristen. Wenige Schüsse später sind diese erledigt und du gelangst von glorreicher Musik begleitet ins nächste Level. Kommt Ihnen dieses Szenario bekannt vor? Es erinnert unabdingbar stark an Counter-Strike, wären da nicht solche Dinge wie der Levelwechsel und die starre Grafik. Auch die Körperbewegung des spielbaren Charakters ist auf das Ducken hinter Mauern und das Abdrücken der Waffe reduziert. Die Antwort ist einfach: Es handelt sich hier um die inoffizielle Browservariante von Counter-Strike, welche wie die meisten Minigames in Flash entwickelt wurde. Daher auch der Name: Flash Strike.
Flash setzt der Minispieleentwicklung strikte Schranken, weshalb es leider auch niemals möglich sein wird, ein Minigame mit einem Grafik- und Physikfeuerwerk wie beispielsweise der Source-Engine auszustatten. Daher rührt auch die relativ bescheidene Grafik von Flash Strike. Spass macht es trotzdem, auch wenn es mit der Zeit etwas langwierig wird. Es ändert sich während dem Spielverlauf wenig, das stupide Abknallen der Gegnerhorden bleibt immer gleich. Auch ohne Grafikfeuerwerk hätten die Entwickler also auf jeden Fall noch etwas mehr aus ihrem Schützling herausholen gekonnt. In der Mittagspause oder in einer freien Viertelstunde ist es dennoch kurzzeitig ganz unterhaltsamer Spielspass für Zwischendurch. Auch für Spieler mit älteren PCs, auf denen CS:S nicht funktioniert, ist Flash Strike eine gute Alternative.