Jaja, die Finanzkrise hat uns alle ergriffen. Besonders auf emotionaler Ebene: Wie oft stößt man zur Zeit auf regelrechte Hasstiraden gegen etwaige Banker, die trotz der Krise Millionen an Bonuszahlungen kassieren. Die Flashgamer machen sich allerdings alles wieder einmal etwas einfacher, als es in der Realität der Fall ist. Seht selbst.
Egal, ob man die vom U.S.-Kongress beschlossenen Finanzspritzen an amerikanische Banken befürwortet oder nicht: Im erst kürzlich veröffentlichten Bailout Game sitzt der Spieler selber an den Hebeln der Macht und hat die Entscheidung vor sich, welche Banken er pleite gehen lässt und welchen er unter die Arme greift.
Öl ist schmutzig. Und das Ölgeschäft erst recht. Doch wie hättest du gehandelt, wenn du im Jahr 1946 das nötige Kapital für ein weltweites Ölimperium in der Hand gehabt hättest? Genauso wie die verhassten Ölmogule - oder noch viel schlimmer?
Auch Politik - so langweilig und träge sie auf den ersten Moment auch anmuten mag - kann fast jedem Spass machen. Vorausgesetzt, sie ist ansprechend verpackt. Power of Politics hat sich genau daran versucht - und ich mich an eben jenem.
Die amerikanischen Vorwahlen sind in vollem Gange und selten gab es in der Geschichte der USA einen so knappen Stimmenkampf zwischen zwei Demokraten, wie wir ihn nun schon seit Wochen erleben. Da scheint ist es nur selbstverständlich, dass sich dieser Wahlkampf auch in den Onlinespielen niederschlägt, natürlich wie gewohnt humorvoll und fern jeglicher Realität - meistens jedenfalls.
Das Spielebudget wird eindeutig dominiert von relativ niveaulosen Fight-Spielchen, welche aber nicht zuletzt wegen ihrer einfachen Erlernbarkeit trotzdem Spaß machen können. Einer der typischen Kandidaten ist Street Fight, bei dem man in die Rolle eines Präsidentschaftsanwärters schlüpft und im coolen Street Fight Style seinen Gegner auf dem Weg zum Thron umhauen muss. Weder die zierliche Hillary Clinton noch der soziale Barack Obama sind hier zimperlich und hauen nach besten Stücken zurück. Allein um die lustigen Moves zu sehen, lohnt sich schon ein Blick auf diesen Knüller.
Etwas strategischer veranlagt ist das sogenannte Campaign Game, bei dem man auf einem den USA nachempfundenen Spielbrett einzelne Bezirke mit seinem Wahlkampfteam “erobert”. Erobern ist dabei wörtlich zu nehmen: Hier wird gekämpft, dass nur so die Fetzen fliegen. Strategisch gedacht werden muss hier trotzdem, damit die eroberten Bezirke nicht sofort wieder an den Gegner fallen.
Alternativ kann um die Präsidentschaft auch Paintball gespielt werden! Die Idee ist zwar nicht schlecht, das Spiel aber eher unspektakulär, ähnlich wie die meisten anderen Spiele des Politik-Genres. Schade… im interessanten Sachfeld Politik liegt sicherlich noch viel ungenutztes Potential. Hoffen wir, dass es spätestens bis zu den nächsten Wahlen noch bessere Kandiaten (unter den Spielen natürlich
) gibt!
In beinahe sämtlichen Zeitungen liest man in den letzten Jahren immer öfter von angeblich durch Onlinespiele verursachten Gewaltverbrechen. Beispielsweise prügelte vor kurzem ein 22 jähriger Russe einen 33 jährigen Taxifahrer zu Tode, beide waren begeisterte Spieler des Onlinegames Lineage II. Eine im Spiel aufgekommene Feindschaft zwischen den beiden Kontrahenten wurde auf der Strasse im realen Leben fortgeführt und endete für den älteren der beiden Spieler tödlich. Auch Amokläufe an Schulen werden immer öfter mit sogenannten ‘Killerspielen’ wie beispielsweise dem in diesem Zusammenhang vielfach erwähnten Counter-Strike in Verbindung gebracht. Dabei sollen stets die Spiele schuld gewesen sein, andere reale Umstände werden bei den Ermittlungen oft vernachlässigt.
Sehen wir uns diesen Aspekt doch einmal aus einer anderen Perspektive an: Millionen Deutsche haben Spass mit Online-Shootern. So gut wie jeder Jugendliche hat in seinem Leben bereits Pixelmännchen getötet. Da die oft jugendlichen Amokläufer zufälligerweise ebenfalls zu dieser Gruppe gehören, schiebt man nun den Spielen die Schuld in die Schuhe. Auf Grund einiger weniger schwarzer Schafe wollen unsere Politiker nun alle Onlinespieler bestrafen, indem sie Shooter mit Kinderpornos gleichsetzen. Das wäre, als wolle man Brot verbieten, weil alle Gewaltverbrecher zufälligerweise schon einmal davon gegessen haben.
Es gibt unumstritten einige wenige Computerspiele, welche die Gewaltbereitschaft enorm steigern, aber man kann das deswegen nicht auf alle Shooter pauschalisieren, in denen Pixelmännchen zu Tode kommen. Übermäßig gewaltverherrlichende Spiele werden ja schon lange indiziert bzw. verboten, weshalb ich es für sinnbefreit halte, nun auch den harmloseren Shootern an den Kragen zu wollen.
Im folgenden Video sind die Fakten zum Verbot von sogenannten Killerspielen eindrücklich dargestellt. Vielleicht bringt es ja den einen oder anderen zum Nachdenken. Kommentare sind übrigens stets willkommen.