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Browsergames – Die Multiplayer-Spiele der Zukunft?

Autor: Daniel
abgelegt in: Browsergames

Screenshot aus Ogame.de: GebäudeansichtVor Jahren noch eine Randnische des damals erst aufkommenden Computerspiele-Hypes, haben sich sogenannte Browserbasierte Multiplayer-Games (kurz: Browsergames – Spiele, die sich mit jedem modernen Webbrowser spielen lassen) heutzutage schon einen festen Platz in die abendlichen Werbespots der größten deutschsprachigen Fernsehsender erkämpft und können zusammengezählt bereits mehr registrierte Spieler aufweisen, als Top-Titel wie World of Warcraft an Verkaufszahlen in Europa. Das große, aus dem deutschsprachigen Raum stammende Browsergame-Portal Bigpoint vereint beispielsweise in seinen zur Zeit 22 Browsergames eine Spielergemeinde von über 12 Mio. Nutzern. Doch wie kam es überhaupt zu solch einem „Wandel der Spielerinteressen“? Denn schaut man sich die Spiele einmal genauer an, erkennt man vor allem im grafischen Bereich eindeutige Defizite im Vergleich zu klassischen Verkaufstiteln.

Screenshot aus Die-Staemme.de: DorfansichtWir schreiben das Jahr 2003. Zu dieser Zeit sind Browsergames noch vereinzelte Hobbyprojekte von „gelangweilten Studenten, die mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen wissen“, so die verbreitete Meinung derer, die damals überhaupt schonmal ein Browsergame von Innen gesehen haben. (Der Vollständigkeit muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Browsergames zu dieser Zeit noch textlastige, in Tabellen aufgebaute Spiele waren, in denen vereinzelte Grafiken schon eine Sensation waren.) Dennoch gelingt es einigen Hobbyentwicklern, langsam aber stetig eine feste Fangemeinde um ihr Projekt aufzubauen. So auch den beiden jungen Studenten Alexander Rösner und Klaas Kersting mit ihrem Steckenpferd Ogame, das noch heute zu den meistgespielten Browsergames gezählt wird. Im selben Jahr gründen sie die Firma Gameforge, um in Zukunft auf professioneller Basis Browserspiele zu entwickeln.
Screenshot aus No-Magic-World.de : Charakteransicht im ComicstilDas Konzept hat Erfolg: Die junge Firma erlebt einen immensen Aufschwung und released ein Spiel nach dem anderen, jedes mit einer Community von tausenden begeisterten Spielern. Immer mehr kleinere Firmen folgen dem Beispiel und erzeugen Konkurrenzdruck, der zu immer besseren und auch grafisch anspruchsvolleren Titel führt. Es entwickelt sich ein wahrer Hype daraus: In den Schulpausen hört man von nun an immer öfter Sprüche wie „Meld dich doch auch mal bei dem Browserspiel an, macht total Spass und ist außerdem komplett kostenlos!“. Letzt genannte Aussage trifft übrigens auch heute noch auf den größten Teil der Browsergames zu, statt durch Verkaufspreise oder monatliche Gebüren erzielen die Entwickler ihren Gewinn durch geschickt plazierte Werbebanner oder freiwillige Premiumaccounts bzw. Ingame-Item-Verkauf.

Screenshot aus ChaosCars.Bigpoint.de : 3D-AutorennenHeutzutage sind Browsergames schon lange nicht mehr rein auf Texttabellen basierte Spiele für Zwischendurch: Die Entwickler greifen immer öfter auf moderne Webtechnologien wie Flash oder AJAX zurück, um ein möglichst identisches Grafikerlebnis zu vollwertigen Verkaufstiteln bieten zu können. Dies ist zwar meiner Meinung nach noch keinem Browsergame-Entwickler zu 100% gelungen, doch fragt man einmal einige der Millionen begeisterter Spieler nach dem entscheidenden Etwas, das Browsergames ihrer Meinung nach ausmacht, so erhält man meistens folgende Punkte genannt:
1. Die riesigen, ständig wachsenden Communities,
2. Die bei vielen Spielen ständige Weiterentwicklung durch die Administratoren sowie
3. Die Möglichkeit, sich von jedem PC mit Internetanschluss aus in seinen Account einloggen zu können.

Fazit: Es ist also nicht die allertollste Grafik oder der schnellste Server, die ein gutes Browserspiel ausmacht: Viel mehr Wert wird von vielen Entwickler und Spielern hierbei auf einen großen Langzeitspass, gute Teamwork-Möglichkeiten und nette Communityfeatures gelegt.

Wer inzwischen selber Lust bekommen hat, einmal so ein Browsergame auszuprobieren, dem kann ich folgende Seiten uneingeschränkt empfehlen:

www.Galaxy-News.de : Eines der größten deutschen Portale rund um Browsergames, mit großem Spieleverzeichnis, aktiven Foren und einer netten Community.
www.Bigpoint.de : Eine große Sammlung an eher grafiklastigen Browsergames – eine Anmeldung genügt und man kann 21 Browsergames kostenlos spielen.
www.Darkfleet.de : Einer meiner persönlichen Browsergamefavouriten – eine Mischung aus eher mittelmäßiger Grafik mit einer exzellenten Community, großer Spieltiefe und einer riesigen Spielwelt.


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  1. Browsergames schreibt:

    Der Langzeitspaß entsteht aber vor allem aus der Community heraus. Es ist nicht so wichtig, wie es im Spiel läuft, wenn man mit Freunden gemeinsam spielt.
    Klar Bigpoint und co haben über Werbeetats enormen Zu- (und Durch-)lauf an Spielern. Aber viele kleinere Spiele halten sich seit Jahren, weil sie einfach eine tolle Community haben.

  2. Daniel schreibt:

    Dem kann ich nur zustimmen. Die Community trägt natürlich einen großen Anteil zum Langzeitspielspass bei. Allerdings ist das schlichtweg nicht bei allen Spielen möglich. Es gibt Spiele, in denen kann man nur über ein einfaches Nachrichtensystem miteinander kommunizieren. Und da dauert es SEHR lange, überhaupt einmal einen Freundeskreis aufzubauen. Das Gamedesign muss also entsprechende Features vorsehen.

  3. Xooyoo schreibt:

    Insbesondere bei kleinen Spielen ist es immer wieder sehr gut zu beobachten wie die Communitiy aktiv an der Weitergestaltung des Spieles mitwirkt. Dies sorgt für eine gewisse Identifikation mit dem Spiel, und das gibt es im Spielesektor sonst eigentlich nirgends.

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